Der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB) erinnert an den Bau der Berliner Mauer vor 64 Jahren am 13. August 1961. „Das menschenverachtende Bauwerk zog eine verheerende Trennlinie durch die Stadt“, erklärt der Aufarbeitungsbeauftragte Frank Ebert. „Die SED-Führung riss damit Familien und Freundeskreise auseinander und fügte vielen Menschen unsägliches Leid zu.“ Mindestens 140 Kinder, Frauen und Männer kamen zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Gleichzeitig steht die Berliner Mauer sinnbildlich für die deutsche und europäische Teilung und den Kalten Krieg. „Die Erinnerung an den Mauerbau darf nicht verblassen“, mahnt Ebert. „Es gilt weiterhin, die Teilung der Stadt, die Spaltung Europas und das Schicksal der Opfer im öffentlichen Bewusstsein wachzuhalten.“
Doch was denken und wissen die Menschen in Berlin heute über die SED-Diktatur und den Mauerbau, über die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und die Erinnerungskultur der Stadt? Der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lässt dazu erstmals ein aktuelles Meinungsbild der Berliner Bevölkerung erstellen. Mit der Durchführung wurde das Institut forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH beauftragt.
Ziel der repräsentativen Umfrage ist es, Erkenntnisse über die Sicht der Berlinerinnen und Berliner auf die DDR-Vergangenheit und den Umgang damit nach 1990 zu gewinnen. Die Befragten können dabei u. a. schildern, wie sie die DDR charakterisieren würden und ob die DDR bei ihnen Thema im Schulunterricht war oder Gesprächsstoff in der Familie ist. Außerdem wird erhoben, welche Gedenkstätten, Museen oder Erinnerungsorte mit DDR-Bezug die Befragten kennen und welche Eindrücke sie bei etwaigen Besuchen gewonnen haben. Die Teilnehmenden wurden per Zufallsstichprobe aus dem Berliner Melderegister ausgewählt.
Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage sollen Impulse für zukünftige politische Entscheidungen geben und bestehende Bildungsangebote verbessern helfen. Vorgestellt werden sie im November 2025 im Rahmen der ersten Berlin Freedom Week, die anlässlich des Mauerfall-Jubiläums stattfindet.
Die Bevölkerungsbefragung ist Teil mehrerer Evaluationsstudien zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin, die das Abgeordnetenhaus von Berlin 2017 beschlossen hat (Drucksache 18/0427). In der Folge hat der Berliner Kultursenator im Oktober 2018 den Berliner Aufarbeitungsbeauftragten mit der Umsetzung betraut.