Die letzte Adresse: Erinnerungstafeln für Johanna und Karl-Heinz Kuhfuß

Ein älterer Mann mit Hut und eine weitere Person, von der nur die Hände zu sehen sind, schrauben eine Metalltafel an eine Haltevorrichtung.
Werner Bork bringt die Tafeln in Werder am ehemaligen Wohnort der Geschwister Kuhfuß an. Bild: BAB/Frank Ebert
Ein älterer Mann mit Hut und eine weitere Person, von der nur die Hände zu sehen sind, schrauben eine Metalltafel an eine Haltevorrichtung.
Werner Bork bringt die Tafeln in Werder am ehemaligen Wohnort der Geschwister Kuhfuß an. Bild: BAB/Frank Ebert

In der Carmenstraße in Werder an der Havel sind am 21. November 2025 im Rahmen des Projekts Die letzte Adresse Erinnerungstafeln für Johanna und Karl-Heinz Kuhfuß angebracht worden. An der Zeremonie nahmen u. a. Dr. Anke Giesen (Mitglied des Vorstands von MEMORIAL Deutschland e. V.), Dr. Maria Nooke (Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur) und BAB Frank Ebert teil. Ebenfalls dabei war Werner Bork, der mit den Geschwistern Kuhfuß befreundet war, und mit ihnen und anderen Jugendlichen in Werder gegen die kommunistische Diktatur protestiert hatte.

Grabstätte und Mahnmal auf einem Friedhof
Grabstätte und Mahnmal auf dem Friedhof in Werder für die in Moskau hingerichteten Jugendlichen. Bild: BAB/Frank Ebert

Die Geschwister waren im Juni 1951  im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen eine angebliche Widerstandsgruppe in Werder verhaftet worden. Im Frühjahr 1952 verurteilte ein Sowjetisches Militärtribunal sie zum Tode durch Erschießen. Das Urteil wurde am 10. April 1952 im Butyrka-Gefängnis in Moskau vollstreckt. Johanna und Karl-Heinz Kuhfuß wurden nur 23 bzw. 21 Jahre alt.

Am 3. Oktober 1997 stufte die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation beide als Opfer politischer Verfolgung ein und rehabilitierte sie vollständig.

Ein Name, ein Leben, eine Gedenktafel

Erinnerungsplaketten für die Geschwister Kuhfuß
Erinnerungstafeln für Johanna und Karl-Heinz Kuhfuß in Werder (Havel). Bild: BAB/Frank Ebert

Das internationale Projekt „Die letzte Adresse“ ist dem Gedenken an die Opfer der sowjetischen politischen Repressionen gewidmet. Angelehnt an die „Stolpersteine“, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, bringt die Stiftung Gedenktafeln an den ehemaligen Wohnhäusern von Menschen an, die zwischen 1918 und 1991 im Rahmen politischer Verfolgung durch sowjetische Behörden auf nicht legitime Weise ihr Leben verloren. Inzwischen wurden ca. 1.500 Tafeln in sieben Ländern angebracht.