Mahnwache für die Opfer des Stalinismus

Eine Gruppe Menschen steht vor einem mit Kränzen geschmückten Gedenkstein in einer verschneiten Winterlandschaft
Mahnwache am Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Der Berliner Aufarbeitungsbeauftragte Frank Ebert hat mit weiteren Unterstützern der Opfer des Stalinismus gedacht. Am Gedenkstein auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde legte Ebert einen Kranz nieder. Die Teilnehmenden wollten damit ein Zeichen gegen das Vergessen und gegen eine nostalgische Verklärung der kommunistischen Diktatur setzen.

Die Mahnwache fand am Rande der Gedenkveranstaltung für die Gründungsmitglieder der kommunistischen Partei Deutschlands Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Ebert: „In kommunistischen Diktaturen wurden Millionen Menschen verfolgt und getötet. Der DDR-Staatsapparat reagierte mit harten Repressionen, selbst wenn Menschen unter Berufung auf Rosa Luxemburg lediglich Meinungsfreiheit einforderten.“

1977 wurden drei Ost-Berliner zu mehreren Monaten Haft verurteilt, weil sie bei der Demonstration zu Ehren von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ein Plakat mit dem Zitat Luxemburgs „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ trugen. 1988 führte die Planung einer ähnlichen Aktion zu über 100 Festnahmen, aber auch zahlreichen Solidaritätsaktionen. In der Folge wurden bekannte Oppositionelle wie Freya Klier, Stephan Krawczyk, Ralf Hirsch und das Ehepaar Regina und Wolfgang Templin aus der DDR ausgebürgert.

Der Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde wurde 2006 eingeweiht und soll an die Opfer politischer Repression in der Sowjetunion, der sowjetischen Besatzungszone und der DDR erinnern. Auf dem Zentralfriedhof befindet sich seit 1951 die „Gedenkstätte der Sozialisten“, in der auch Politiker der DDR wie Walter Ulbricht, Otto Grotewohl und Wilhelm Pieck beigesetzt wurden.