Berlin, 13. Mai 2026 – Am 17. Mai 2026 wird Udo Lindenberg 80 Jahre alt. Der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB) nimmt den runden Geburtstag des Musikers zum Anlass, seine Broschüre zum legendären Auftritt Lindenbergs 1983 in Ost-Berlin in überarbeiteter Form neu aufzulegen. Die Broschüre, die in Zusammenarbeit mit der Udo Lindenberg Stiftung entstanden ist, kann ab sofort kostenlos beim BAB bestellt werden und ist auch als Download verfügbar.
„Udo Lindenberg 1983 in Ost-Berlin“ beschreibt auf rund 20 reich bebilderten Seiten die Vorgeschichte, den Ablauf und die Nachwirkungen des Auftritts am 25. Oktober 1983 im Palast der Republik. Der westdeutsche Rockstar hatte sich seit den 1970er-Jahren vergeblich darum bemüht, in der DDR auftreten zu dürfen. Mit dem Erstarken der westdeutschen Friedensbewegung, für die sich Lindenberg engagierte, wendete sich das Blatt. Die SED-Funktionäre genehmigten ihm einen Auftritt beim „Friedensfestival“ der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) 1983 in Ost-Berlin, in der Hoffnung, dies für die DDR politisch ausschlachten zu können. Ein Großaufgebot der Stasi überwachte die Vorbereitungen zum Konzert, den Auftritt im Palast der Republik und die Reaktionen darauf.
Die Stasi-Akten lieferten 30 Jahre später Stoff für die Fernsehdokumentation „Die Akte Lindenberg“ von Reinhold Beckmann und Falko Korth. Beckmann gehörte 1983 zum ARD-Team, das Udo Lindenberg nach Ost-Berlin begleitete. „Die Akte Lindenberg“ läuft regelmäßig mit großem Erfolg im BAB-Schulkino. Die Doku wird in diesem Jahr außerdem am Dienstag, 18. August 2026, beim diesjährigen Campus-Kino im Innenhof der Stasi-Zentrale in Berlin gezeigt.