2,1 Mio. Euro für Projekte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

2025: BAB-Fördermittel für 26 Projekte und Initiativen in Berlin

Berlin, 6. Februar 2026 – Der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB) hat im vergangenen Jahr 26 Projekte im Land Berlin gefördert, die die Geschichte der SBZ/DDR und die Folgen der deutschen Teilung aufarbeiten. Insgesamt flossen knapp 2,1 Millionen Euro an die Projektmittelempfänger. Damit ist die Fördersumme im Vergleich zu 2024 gleichgeblieben.

Für historisch-politische Bildung wurden 2025 Fördermittel in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro an 21 Projektträger ausgereicht. Die Höhe der Zuwendungen reicht von 1.000 Euro bis zum mittleren sechsstelligen Bereich. 

„In der jüngeren Generation schwindet das Wissen über die DDR, denn im Unterricht kommt die SED-Diktatur oft zu kurz“, sagt der Berliner Aufarbeitungsbeauftragte Frank Ebert. „Deshalb fördern wir Projekte in Berlin, die niedrigschwellig über Aspekte der DDR-Geschichte aufklären. Besonders wichtig sind uns dabei altersgemäße Angebote für Kinder und Jugendliche.“

So förderte der BAB in der Gedenkstätte Hohenschönhausen Projekttage zur historisch-politischen Bildung mit rund 14.200 Euro. Die Projekttage richten sich an Schulen und andere Bildungseinrichtungen; sie ermöglichen eine forschend-entdeckende oder auch künstlerische Annäherung an das Thema politische Repression und Verfolgung in der SBZ/ DDR. Rund 24.000 Euro gingen an den Verein KidBike e. V. für einen künstlerischen Audiowalk am Gedenkort Barnimstraße. Dort stand bis 1970 ein Frauengefängnis – heute befindet sich auf dem Areal eine Verkehrsschule. An den Friedenauer TSC e. V. flossen 7.000 Euro für die Ausrichtung des 34. Mauerfall-Turniers für Berliner Jugend-Fußballmannschaften.

Für das Filmfestival Prenzlauerberginale erhielt das Geschichtsbüro Müller rund 22.500 Euro an Fördermitteln des Berliner Aufarbeitungsbeauftragten. Bei dem Filmfest wurden im September 2025 Spielfilme, Dokus und Filmraritäten mit Bezug zum Alltag im Prenzlauer Berg in der DDR und in der Transformationszeit gezeigt. Der BAB unterstützte außerdem den Verein ASTAK e. V., der das Stasimuseum auf dem Campus für Demokratie unterhält, mit knapp 171.000 Euro für den Umbau der Dauerausstellung. Die ASTAK plant u. a., die Ausstellung durch interaktive Elemente zu ergänzen.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft e. V. (RHG) erhielt mit rund 664.000 Euro die höchste Fördersumme. Sie betreibt das Archiv der DDR-Opposition und verantwortet die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“ auf dem Campus für Demokratie, der ehemaligen Stasi-Zentrale. Die RHG wird von Bund und Land hälftig gefördert.

Knapp 884.000 Euro gingen 2025 an Einrichtungen, die Verfolgte der SED-Diktatur in Fragen der Rehabilitierung beraten oder psychosoziale Unterstützung anbieten. Das entspricht einem Anteil an der Gesamtfördersumme von knapp 43 Prozent. Größte Einzelempfängerin in diesem Bereich ist Gegenwind e. V. Der Verein berät Menschen, die an psychischen Folgen von politischer Verfolgung, willkürlicher Inhaftierung, Zersetzung oder anderen staatlichen Repressionen in der SBZ/DDR leiden. BAB-Fördermittel für Opferberatung erhielten auch die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V., die Anlauf- und Beratungsstelle für Menschen mit Heimerfahrung, ABH e. V. und die Vereinigung der Opfer des Stalinismus e. V.

Die Gesamtübersicht über die Projekte, die der BAB 2025 gefördert hat, ist auf der Webseite des Berliner Aufarbeitungsbeauftragten abrufbar.