Berlin, 10. August 2026 – Am kommenden Donnerstag jährt sich zum 65. Mal der Bau der Berliner Mauer. Bewaffnete Kräfte der DDR begannen in der Nacht zum 13. August 1961 damit, den Zugang zu den Westsektoren Berlins zu sperren und die Grenze militärisch abzuriegeln. Mit dem Mauerbau zementierte die SED die deutsche Teilung. Trotz des Schießbefehls versuchten immer wieder Menschen aus der DDR, Mauer und Stacheldraht zu überwinden, um in den Westen und damit in die Freiheit zu gelangen. Mindestens 140 Menschen kamen dabei zwischen 1961 und 1989 allein an der Berliner Mauer bzw. den Grenzanlagen in und um West-Berlin ums Leben.
„Diese Menschen wollten einfach nur in Freiheit leben und mussten dafür mit dem Leben bezahlen“, sagt der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB) Frank Ebert. „Wir müssen immer wieder an diese Mutigen erinnern, die für ihre Freiheit so viel riskierten. Und wir müssen allen Versuchen entgegentreten, die DDR heute schönzureden und die SED-Diktatur zu verharmlosen.“
Der erste Mensch, der nach dem Bau der Berliner Mauer an der Grenze erschossen wurde, war Günter Litfin. Er hatte am 24. August 1961 versucht, zwischen dem Bahnhof Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof von Ost- nach West-Berlin zu gelangen. Nachdem ihn Ost-Berliner Transportpolizisten entdeckten, sprang er ins Becken des Humboldthafens und schwamm in Richtung des westlichen Ufers. Bevor er es erreichen konnte, trafen ihn tödliche Schüsse.
Am Brandenburger Tor ist vom 13. bis zum 17. August 2026 die 30 Meter lange Installation und Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ zu sehen. „Mir ist es wichtig, zum 65. Jahrestag des Mauerbaus zumindest temporär auch am Brandenburger Tor als einem der symbolträchtigsten Orte der Teilung und ihrer Überwindung ein weiteres, sichtbares Zeichen der Erinnerung zu setzen“, sagt Frank Ebert. Die Installation wurde vom Berliner Aufarbeitungsbeauftragten angeregt und von der Kulturprojekte Berlin GmbH in Zusammenarbeit mit der Stiftung Berliner Mauer umgesetzt. Das vollständige Programm zum Gedenken an den 65. Jahrestag des Mauerbaus ist auf der Internetseite www.mauerbau65.berlin abrufbar.