Von Montag, 3. August, bis Donnerstag, 27. August 2026, wird der Innenhof der „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“ erneut zum sommerlichen Open-Air-Kino. Vier Wochen lang präsentiert das Campus-Kino Filme zur DDR-Geschichte, Staatssicherheit, zu Widerstand und Aufarbeitung.
Jeder Filmabend beginnt mit einem Einblick in die Arbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure auf dem Campus für Demokratie. Im Anschluss an die Filmvorführung laden wir Filmschaffende, Fachleute sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zum Gespräch und zur gemeinsamen Diskussion ein.
Begleitend gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Führungen und weiteren Angeboten auf dem Gelände.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Veranstaltungsort:
„Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“
Ruschestraße 103
10365 Berlin
Montag, 3. August 2026, 19:30 Uhr
Ende der 1990er Jahre lebt Wilma (Fritzi Haberlandt) mit ihrem Mann Alex (Thomas Gerber) in der brandenburgischen Lausitz. Sie ist ausgebildete Elektrikerin, Schlosserin und Maschinistin. Als Wilma jedoch ihren Job im Baumarkt verliert und dann auch noch ihren Mann mit einer anderen Frau erwischt, kehrt sie ihrer Heimat den Rücken und zieht zu ihrem alten Freund Martin (Stephan Grossmann) nach Wien. Dort muss sie mit Mitte 40 komplett von vorn anfangen und sich an die kulturellen Unterschiede gewöhnen. Aber Wilma bleibt positiv und versucht, ihren Neuanfang so gut es geht zu meistern.
Regie: Maren-Kea Freese
Eröffnung Campus-Kino 2026:
Gespräch vor dem Film: Prof. Dr. Daniela Münkel (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv), Dr. Jens Schöne (Stellv. Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) und Sebastian Zilm (Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.)
Filmgespräch: Prof. Dr. Hedwig Richter (Historikerin), Anne Christiansen (Zeitzeugin)
Moderation: Dr. Jens Schöne (Stellv. Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
Dienstag, 4. August 2026, 19:30 Uhr
Der Dokumentarfilm begleitet Peter Keup, einst gefeierter Turniertänzer in der DDR, dessen Lebensweg 1981 eine dramatische Wendung nimmt. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wird er verhaftet und kommt erst durch den Freikauf in die Bundesrepublik frei. Jahre später entdeckt er, dass sein eigener Bruder für die Stasi gearbeitet hat. Dieser Verrat lässt ihn nicht los. Als Historiker beginnt Keup seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Auf der Suche nach Antworten stellt er sich auch ehemaligen Stasi-Offizieren – und konfrontiert sie in eindringlichen Gesprächen mit ihrer Verantwortung. Ein persönlicher Film über Schuld, Erinnerung und den Mut, sich der eigenen Geschichte zu stellen.
Regie: Jamie Coughlin Silverman und Gabriel Silverman
Vorgespräch: Dieter Dombrowski (Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG e.V.) und Evelyn Zupke (Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur)
Filmgespräch: Dr. Peter Keup (Zeitzeuge, UOKG e.V.) und Jochen Girke (ehem. Stasi-Offizier)
Moderation: Prof. Dr. Daniela Münkel (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv)
Donnerstag, 6. August 2026, 19:30 Uhr
Kurt Schmidt und Wilfried Friedrich sind ein schwules Paar, dessen Liebe viele Jahre vor dem Mauerfall begann. Als kaufmännischer Angestellter aus dem Westen und Kellner aus Ost-Berlin fanden sie zueinander und trotzten den Grenzen ihrer Zeit. In ihrer kleinbürgerlichen Welt gewähren Herr Schmidt und Herr Friedrich einen sehr persönlichen Einblick in ihr gemeinsames Leben. Dabei wird auch aus Stasi-Unterlagen zu Wilfried Friedrich zitiert. Offen sprechen sie über ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und ihre Hoffnungen für die Zukunft. Der Film ist ein sensibles Portrait, das Komik mit Traurigkeit vereint.
Regie: Ulrike Franke und Michael Loeken
Vorgespräch: Prof. Dr. Daniela Münkel (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv) und Martin Schäfer (Bezirksbürgermeister Lichtenberg)
Filmgespräch: Mario Röllig (Zeitzeuge) und Dr. Teresa Tammer (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv)
Moderation: Lena Kuhl (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv)
Montag, 10. August 2026, 19:30 Uhr
Im Herbst 1961 wagen Sophie (Meret Becker) und Konrad (Anian Zollner) mit Freunden die Flucht durch die Kanalisation nach Westberlin. Ein Moment entscheidet ihr Schicksal: Konrad bleibt zurück, wird verhaftet – und die Mauer trennt das junge Paar für Jahrzehnte. Ihr Leben verläuft fortan in zwei Welten, ihre Begegnungen bleiben seltene Ausnahmen, heimlich in Prag. Zwischen Hoffnung und Entfremdung erleben sie den Kalten Krieg, die politische Annäherung und schließlich den Mauerfall. Ein bewegendes Drama über verpasste Chancen und die Kraft der Liebe über Grenzen hinweg.
Regie: Margarethe von Trotta
Im Vorgespräch: Sven Behrend (Direktor Stasimuseum Berlin)
Im Filmgespräch: N.N.
Moderation: Dr. Martin Stief (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv)
Dienstag, 11. August 2026, 19:30 Uhr
Dani, Mark, Rico, Pitbull und Paul wachsen im Leipzig der Nachwendejahre auf – im Rausch einer Zeit, in der alles möglich scheint. Nächte voller Exzesse und der Traum vom eigenen Techno-Club treiben sie an. Doch eine rechte Gang macht ihnen ihr Revier streitig und die Gewalt eskaliert. Zwischen Aufbruch und Orientierungslosigkeit kämpfen die Freunde um ihren Platz im neuen Leben.
Kraftvoll, wild und zugleich zärtlich verfilmte Andreas Dresen den Erfolgsroman von Clemens Meyer. Das Drehbuch schrieb Wolfgang Kohlhaase.
Regie: Andreas Dresen
Vorgespräch: Dr. Christian Booß (Bürgerkomitee 15. Januar e.V.)
Filmgespräch: Andreas Dresen (Regisseur)
Moderation: Anna Kokenge (Referentin beim Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
Donnerstag, 13. August 2026, 19:30 Uhr
13. August 1961: Mit dem Mauerbau wird Berlin zur geteilten Stadt. Ein Jahr später gelingt 29 Menschen aus der DDR eine spektakuläre Flucht durch einen 135 Meter langen Tunnel in den Westen. Über Monate hinweg haben West-Berliner Studierende diesen heimlich gegraben – aus Solidarität, Liebe und politischer Überzeugung, stets unter Lebensgefahr.
Finanziert wurde der Tunnelbau auch durch Filmaufnahmen, die an den US-Fernsehsender NBC verkauft wurden. Dieses Archivmaterial bildet den Grundstock des vielschichtigen Dokumentarfilms, in dem erstmals eine Kamera hautnah eine Flucht unter der Berliner Mauer begleitete.
Regie: Marcus Vetter
Vorgespräch: Anna von Arnim-Rosenthal (Stiftung Berliner Mauer)
Filmgespräch: Joachim Neumann (Tunnelbauer und Zeitzeuge), Maja Nielsen (Autorin)
Moderation: Dr. Jens Schöne (Stellv. Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
Montag, 17. August 2026, 19:30 Uhr
Seit 20 Jahren lebt Katrine (Juliane Köhler) ein scheinbar glückliches Leben in Norwegen. Doch mit dem Fall der Berliner Mauer gerät ihre Welt ins Wanken. Denn Katrine ist nicht die, für die sie sich ausgibt: Einst als Stasi-Agentin eingeschleust, hat sie ihre gesamte Existenz auf einer falschen Identität aufgebaut. Während Katrine versucht, ihre Vergangenheit zu verbergen, verstrickt sie sich immer tiefer in einem Netz aus Lügen. Ihr Doppelleben wird zur akuten Bedrohung – für ihr Familienglück ebenso wie für die Stasi-Offiziere, die sie einst geführt haben. Ein dichtes Drama über Identität und die Zerbrechlichkeit eines Lebens in der Lüge.
Regie: Georg Maas
Vorgespräch: Yvonne Laue (Beraterin beim Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
Filmgespräch: Georg Maas (Regisseur)
Moderation: Jens Planer-Friedrich (Leiter Bürgerberatung beim Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
Hinweis: Schon um 18:00 Uhr steht Yvonne Laue am Infotisch für Fragen zu den Beratungsangeboten des Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zur Verfügung.
Dienstag, 18. August 2026, 19:30 Uhr
Acht Jahre lang kämpfte Udo Lindenberg darum, in der DDR auftreten zu dürfen. Am 25. Oktober 1983 wird sein Wunsch Realität. Sein legendärer Auftritt im Palast der Republik schreibt deutsch-deutsche Musikgeschichte.
Reinhold Beckmann, damals als Tonassistent eines ARD-Teams vor Ort, und Falko Korth blicken in ihrer Dokumentation hinter die Kulissen dieses besonderen Konzerts. Anhand der Stasi-Akten über Udo Lindenberg rekonstruiert der Film die DDR-seitigen Beweg- und Hintergründe rund um den berühmten Auftritt in Ost-Berlin.
Regie: Reinhold Beckmann und Falko Korth
Musik: Noah Fischer (Panikorchester)
Filmgespräch: Reinhold Beckmann (Journalist), Uwe Silberbach (Zeitzeuge), Noah Fischer (Saxophonist), Sofia Milina Schelling (Abiturientin) und Dr. Jens Schöne (Stellv. Berliner Aufarbeitungsbeauftragter)
Moderation: Antje Bernhardt (bernhardt-bildung)
Donnerstag, 20. August 2026, 19:30 Uhr
Kurz nach der Wende trifft Ostdeutschland die zweite große Entlassungswelle. Vor allem Frauen in Industrie-Großbetrieben der DDR, die gigantische Tagebaubagger steuern, Briketts in Züge verladen und das Chemiewerk Leuna überwachen, verlieren ihre Jobs. Rückblickend erzählen sie selbstbewusst von der Unabhängigkeit, die ihnen ihre Arbeit einst gab. Zwischen verlorenen Utopien und radikalem Umbruch erinnern sie sich an ihren Arbeitsalltag in heute verschwundenen Fabriken und Braunkohlegruben. Ein eindringlicher Film über eine Generation von Frauen, die sich ihren Stolz und Eigensinn bis heute bewahrt hat.
Regie: Gerd Kroske
Filmgespräch: Dr. Henrike Voigtländer (Historikerin und Leiterin des Lernorts Keibelstraße)
Moderation: Rebecca Hernandez Garcia (Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.)
Montag, 24. August 2026, 19:30 Uhr
Die Kleinstadt Burg in den 1950er Jahren: Die Schriftstellerin Brigitte Reimann (Martina Gedeck) ringt um ein selbstbestimmtes Leben zwischen gesellschaftlicher Enge, politischem Druck und persönlichen Krisen. Sie findet Halt im Schreiben und in Beziehungen zu Männern, die sie verstehen – und zugleich herausfordern. Während ihr literarischer Erfolg wächst, gerät sie ins Visier der Stasi, die ihren Lebensweg zu lenken versucht. Eine schwere Krankheit beendet ihr Leben viel zu früh. Ihr wichtigstes Werk bleibt unvollendet. Eine feinfühlige, melancholische Charakterstudie über eine kompromisslose Künstlerin, jenseits gängiger Ost-West-Klischees. Martina Gedeck erhielt dafür den Deutschen Fernsehpreis als beste Hauptdarstellerin.
Regie: Markus Imboden
Vorgespräch: Prof. Dr. Daniela Münkel (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv)
Filmgespräch: Markus Imboden (Regisseur) und Martina Gedeck (Schauspielerin)
Moderation: Marie Kaiser (radioeins)
Dienstag, 25. August 2026, 19:30 Uhr
Der DEFA-Dokumentarfilm fängt das Lebensgefühl einer jungen DDR-Generation ein, die mit Rockmusik gegen Enge, Anpassung und die Welt ihrer Eltern aufbegehrt. Der Film begleitet Bands wie „Feeling B“, „Silly“ und „Sandow“ bei ihren Auftritten in den 1980er Jahren quer durch die DDR. Als raues Roadmovie eröffnet er unmittelbare Einblicke in eine lebendige, widerständige Musikszene und lässt Musikerinnen und Musiker ebenso wie Fans zu Wort kommen. Zwischen Proberaum, Bühne und Alltag entsteht ein eindringliches Porträt jugendlicher Sehnsucht nach Freiheit – und ein einzigartiges Zeitdokument der letzten Jahre der DDR.
Regie: Dieter Schumann
Vorgespräch: Julian Gruß und Tina Spasenkova (Abteilung Audiovisuelle Medien im Bundesarchiv)
Filmgespräch: Dieter Schumann (Regisseur) und Kai-Uwe Kohlschmidt (Band "Sandow")
Moderation: Cornelia Klauß (Filmwissenschaftlerin)
Donnerstag, 27. August 2026, 19:30 Uhr
Im Oktober 1989 fällt Christiane Kerner (Katrin Sass) nach einem Herzinfarkt ins Koma. Als sie acht Monate später erwacht, ist die DDR verschwunden und die Welt um sie herum radikal verändert. Um ihr schwaches Herz zu schützen, beschließt ihr Sohn Alex (Daniel Brühl), den Mauerfall zu verheimlichen und die DDR im eigenen Zuhause zu simulieren. Mit selbst produzierten Folgen der „Aktuellen Kamera“, Möbeln vom Sperrmüll und Spreewaldgurken erschafft er eine perfekte Illusion. Doch je mehr die deutsche Einheit voranschreitet, desto schwieriger wird es für Alex, die Fassade aufrechtzuerhalten. Regisseur Wolfgang Becker schuf eine hinreißend-charmante
Tragikomödie voll origineller Ideen, die Kritiker und Publikum gleichermaßen
begeisterte und zahlreiche Auszeichnungen erhielt.
Regie: Wolfgang Becker
Abschluss des Campus-Kino 2026 mit Alexandra Titze (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv), Frank Ebert (Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) und Rebecca Hernandez Garcia (Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.)
Moderation: Prof. Dr. Daniela Münkel (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv)