Alexander Olenik stellt sein Buch „Die Kommandantur” vor. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren die Gäste über die demokratiegeschichtlichen Besonderheiten der Berliner Nachkriegsgeschichte. Dabei steht die Bedeutung der westlichen Alliierten im Mittelpunkt.
Deutsche Gesellschaft e.V.
Vortragssaal, 2. OG
Mauerstraße 83/84
10117 Berlin
Begrüßung
Prof. Dr. Ulrike Höroldt, Direktorin des Geheimen Staatsarchivs PK, Vorsitzende der Historischen Kommission zu Berlin e.V.
Impulsvortrag
Dr. Alexander Olenik (Buchautor)
Die Alliierte Kommandantur – Schlüssel zur Besatzungs- und Demokratiegeschichte Berlins
Podiumsdiskussion
Moderation:
Dr. Jens Schöne, Stellvertretender Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Es diskutieren:
Nora Kaschuba, M.A., Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Stiftung Ernst-Reuter-Archiv
Dr. Scott H. Krause, Leiter des Willy-Brandt-Forums Unkel
Dr. Alexander Olenik, Buchautor
Bitte melden Sie sich bis zum 25. Juni 2026 per E-Mail an.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Historischen Kommission zu Berlin e.V., der Stiftung Ernst-Reuter-Archiv und des Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Die Alliierte Kommandantur stand nach 1945 wie keine andere Institution für die Nachkriegsordnung in Berlin. Denn nur in Berlin etablierten die Sieger über NS-Deutschland eine gemeinsame Besatzungsverwaltung auf örtlicher Ebene. Diese Viermächteverwaltung bestimmte den unmittelbaren politischen, wirtschaftlichen sowie kulturellen Neuanfang in der Metropole.
Als jedoch die zunehmenden Spannungen im Ost-West-Konflikt zu ernsthaften politischen Konflikten führten und die Aushandlung von notwendigen Richtungsentscheidungen lähmten, wurde im Juni 1948 die gemeinsame Kommandantur lahmgelegt. Im Westteil nahm schließlich ab Dezember 1948 die Dreimächteverwaltung die Geschicke in die Hand; sie blieb bis zur Wiedervereinigung der Stadt 1990 in West-Berlin präsent.
Die Kommandantur fungierte jedoch nicht nur als Kontrollinstanz und Akteurin im ‚Kalten Krieg‘. Vielmehr setzte sie auch Akzente für die Demokratisierung Berlins – 1946 bereits mit der Genehmigung einer vorläufigen Verfassung und durch die Abhaltung freier Wahlen. Mithilfe der Kommandantur wollten die westlichen Alliierten auch den demokratischen Neubeginn in Berlin gestalten. Im Dreimächteformat ab 1949 verstanden sie sich zunehmend als Partner und Schutzinstanz für die junge Demokratie.
Die Veranstaltung möchte diese Bedeutung der westlichen Alliierten beleuchten. Sie fragt nach deren demokratiepolitischer Agenda, dem Bewusstseinswandel unter den Akteurinnen und Akteuren vor Ort sowie den unterschiedlichen Formen der Unterstützung für westlich orientierte Kräfte unter den Deutschen im ersten Nachkriegsjahrzehnt.
In der Podiumsdiskussion werden die demokratiegeschichtlichen Besonderheiten der Berliner Nachkriegsgeschichte unter dem Eindruck von Multilateralismus und nationalen Interessenlagen thematisiert.
Das Buch „Die Kommandantur” wurde vom BAB mit einem Druckkostenzuschuss gefördert.