Lichtenberg - Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins

September 2026

Luftaufnahme eines Wohnviertels mit Hochhäusern in Berlin Lichtenberg.
Wohngebiet Frankfurter Allee Süd, Ende 1970er-Jahre; Foto: Museum Lichtenberg

Gemeinsam mit seinen Lichtenberger Kooperationspartnern bietet der BAB ein vielfältiges Veranstaltungsangebot. Dazu gehören Kiez-Spaziergänge rund um die ehemalige Stasi-Zentrale, ein Erzählcafé mit historischen Fotografien des Ortsteils, eine Veranstaltung zu den Erfahrungen ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeitender, ein Filmabend auf dem Campus für Demokratie sowie eine Lesung der in Lichtenberg aufgewachsenen Schriftstellerin Katja Lange-Müller.

PROGRAMM

Film + Gespräch: Zwischen Völkerfreundschaft und Vorurteilen

Zwei Männer lehnen aus einem geöffneten Fenster eines orangefarbenen Gebäudes.
Dokumentarfilm "Bruderland ist abgebrannt", D 1991; Filmfoto: Angelika Nguyen

Donnerstag, 3. September 2026, 18 Uhr

In den 1980er-Jahren kamen zahlreiche Menschen aus Vietnam als Vertragsarbeitende in die DDR; viele von ihnen lebten und arbeiteten in Lichtenberg. Nach dem Ende der DDR waren ihre Arbeitsplätze und ihr Aufenthaltsstatus bedroht; rassistische Anfeindungen gegen sie nahmen zu. Im Anschluss an die Dokumentarfilme „Bruderland ist abgebrannt“ von Angelika Nguyen  und „Sorge 87“ von Thanh und Thuy Phuong Nguyen sprechen die Filmschaffenden und der Zeitzeuge Chu Tien Tang mit der Journalistin Julia Oelkers über das Leben vietnamesischer Vertragsarbeitender in der DDR und die Umbruchszeit der frühen 1990er-Jahre.

Veranstaltungsort:
Raum für Beteiligung
Hubertusstr. 47
10365 Berlin

Kiez-Spaziergänge: Die MfS-Zentrale in Lichtenberg – Macht, Überwachung und Aufarbeitung

Luftaufnahme eines großen Gebäudekomplexes mit mehreren Flügeln und einem Innenhof, umgeben von weiteren Gebäuden und Straßen in einer Stadt.
Blick auf die Ehemalige Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie; Quelle: Dronebrothers.de

Dienstag, 8. September 2026, 16:30 Uhr
Die Stasi im Kiez: Führung um die ehemalige Stasi-Zentrale mit Blick ins Archiv 

Mittwoch, 9. September 2026, 17 Uhr
Einblicke in das Stasi-Unterlagen-Archiv 
Führung vor dem Film „Nahschuss“

Die ehemalige Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) prägte Lichtenberg über Jahrzehnte. Von hier aus organisierte das MfS Überwachung und politische Verfolgung. Zwei Führungen beleuchten den historischen Ort aus unterschiedlichen Perspektiven: als Macht- und Verwaltungszentrum der Staatssicherheit und als heutigen Standort des Stasi-Unterlagen-Archivs.

Treffpunkt für beide Kiez-Spaziergänge:
Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Berlin-Lichtenberg
Ausstellung Einblick ins Geheime
Normannenstraße 21a, Haus 7
10365 Berlin

Hinweis: Bitte melden Sie sich per E-Mail für die Kiez-Spaziergänge an.

Film + Gespräch: Werner Teske – Das letzte Todesurteil der DDR

Eingang eines Gebäudes mit markanter Fassadenverkleidung aus runden, sich wiederholenden Mustern und mehreren geparkten Autos davor.
Stasi-Zentrale, Zugang Haus 1, ca. 1975; Foto: Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv, Signatur: BArch, MfS, BdL, Fo, Nr. 227, Bild 8

Mittwoch, 9. September 2026, 18:30 Uhr

Film: „Nahschuss“, D 2021

Vor 45 Jahren wurde Werner Teske, Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, hingerichtet. Gegen ihn wurde das letzte Todesurteil der DDR vollstreckt. Der Spielfilm „Nahschuss“ mit Lars Eidinger ist angelehnt an den Fall Teske und zeigt, wie Misstrauen, Kontrolle und Loyalitätszwang auch innerhalb des Machtapparats wirkten. Im Anschluss sprechen die Filmemacherin Franziska Stünkel und Prof. Daniela Münkel, Leiterin der Abteilung Vermittlung und Forschung des Stasi-Unterlagen-Archivs, mit BAB-Referentin Anna Kokenge über den Film, den historischen Fall und den Umgang mit dem Erbe der Staatssicherheit.

Veranstaltungsort: 
Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Haus 22, 1. OG
Ruschestraße 103
10365 Berlin

Hinweis: Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei zugänglich.

Erzählcafé: Pionierhaus, Fortschritt und Elektrokohle – Lichtenberg in historischen Fotos

Kinder und Erwachsene sitzen und gehen an einem mehrstufigen Brunnen vor einem Flachbau mit markanter Fassade in Ost-Berlin.
Kaufhalle Frankfurter Allee, ca. 1976 ; Foto: Museum Lichtenberg

Freitag, 11. September 2026, 15 bis 17 Uhr

Wir laden die Anwohnerinnen und Anwohner von Lichtenberg herzlich dazu ein, ihre Fotoalben zu einem Erzählcafé mitzubringen und sich in gemütlicher Atmosphäre über ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu DDR-Zeiten auszutauschen oder auch von den Erzählungen älterer Familienmitglieder zu berichten.

Als Einführung zeigt Dr. Dirk Moldt, Historiker und Archivleiter des Museums Lichtenberg, historische Aufnahmen aus dem Sammlungsbestand des Museums.

Aufruf: Wenn Sie eigene Fotos mitbringen möchten, melden Sie sich gerne vorab bei BAB-Referentin Anna Kokenge per Mail oder telefonisch unter 030 24 07 92 14.

Veranstaltungsort:
Kiezspinne FAS e. V.
Schulze-Boysen-Straße 38
10365 Berlin

 

Lesung: Literarisches Lichtenberg: Ein Erinnerungsabend mit der Schriftstellerin Katja Lange-Müller

Schwarz-weiße Aufnahme einer Straßenbahnkreuzung mit Andreaskreuz und historischen Gebäuden im Hintergrund, zwei Personen gehen am Gehweg.
Eingang zum Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Herzberge (heute: KEH), 1980er-Jahre; Foto: Museum Lichtenberg

Dienstag, 15. September 2026, 18 Uhr

Katja Lange-Müller wuchs als Tochter der SED-Politikerin Inge Lange in Lichtenberg auf. Nachdem sie die Schule mit 16 Jahren wegen „unsozialistischen“ Verhaltens verlassen musste, arbeitete sie sechs Jahre als Hilfspflegerin im damaligen Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie, dem heutigen KEH. In den Nachtschichten entstanden erste schriftstellerische Arbeiten. 1984 reiste sie nach West-Berlin aus. Wie die in Lichtenberg gesammelten Erfahrungen ihr Schreiben bis heute prägen und wie es sich beiderseits der Mauer schrieb, darüber wird Lange-Müller im Anschluss an eine Lesung ausgewählter Texte sprechen.

Moderation:
Jana Simon, Journalistin

Veranstaltungsort:
KEH Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
Haus 22, Festsaal, 1. OG
Herzbergstraße 79
10365 Berlin

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