Mit der Reihe „Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins“ nimmt der Berliner Aufarbeitungsbeauftragte den Alltag in den Kiezen Ost- und West-Berlins in den Blick. Der Pankower Ortsteil Buch war in der DDR ein bedeutender Medizinstandort und ist es bis heute. Buch ist jedoch auch Ort politischer Spannungen und prekärer sozialer Lagen. Mit den Begriffen „Berühren –Verletzen – Verbinden“ fragen wir danach, was Menschen in Berlin-Buch heute noch an der DDR-Geschichte berührt, welche Verletzungen fortdauern und was verbindend wirkt.
Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. September 2025, 17 Uhr
Maxie Wander und Brigitte Reimann waren bekannte DDR-Autorinnen. Beide erkrankten an Krebs und wurden in Buch behandelt. Auch darüber schrieben sie in ihren Tagebüchern, die später mit großem Erfolg publiziert wurden. Reimann und Wander standen zu Lebzeiten nicht in persönlichem Austausch. Unsere Lesung bringt ihre Tagebuchaufzeichnungen in einen Dialog.
Gäste
Es lesen die Schauspielerinnen Nele Rosetz und Katrin Röver
Begrüßung
Doreen Tiepke-Ihlow, Stadtteilbibliothek Berlin-Buch
Textauswahl und -einführung
Elena Demke, BAB
Veranstaltungsort:
Stadtteilbibliothek Buch
Wiltbergstr. 19 - 23
13125 Berlin
Vortrag und Diskussion
Donnerstag, 11. September 2025, 17 Uhr
Manche Verletzungen sind Voraussetzung für Veränderung und Heilung. Andere sind zerstörerisch und werden bleibende Traumata. Dies erfuhren Patientinnen der geschlossenen Stationen für Geschlechtskrankheiten in der DDR, so auch in Buch. Politische Kontrolle, patriarchale Repression und sexualisierte Gewalt gingen ineinander über – die Betroffenen trugen für Jahrzehnte an seelischen Verletzungen und gesellschaftlichem Stigma.
Gast
Dr. Fruzsina Müller, Medizinhistorikerin an der Charité, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin
Moderation
Elena Demke, BAB
Veranstaltungsort
Stadtteilbibliothek Buch
Wiltbergstraße 19-23
13125 Berlin
Zeitzeugengespräch
16. September 2025, 17 Uhr
Sie arbeitete in einer Spezialsprechstunde der Bucher Klinik, er forschte an der Akademie der Wissenschaften zu medizintheoretischen Fragen. Beide waren Mitbegründer des Neuen Forums. Sie eröffnete später eine eigene Praxis, er widmete sich der (Wissenschafts-)Politik: erst in der letzten DDR-Volkskammer, dann beratend in Berlin-Buch. Die Fähigkeit, Zwiespalt auszuhalten und Gegensätze zu verbinden, erwiesen sich im Leben und Denken von Eva und Jens Reich als Quell von Kreativität und Erkenntnis. Ihr Zeitzeugnis und Rückblick auf Erfahrungen in Berlin-Buch stehen im Zentrum des Abends.
Gäste:
Dr. Eva Reich
Prof. Dr. Jens Reich
Moderation:
Elke Heller, Leiterin Stadtteilzentrum
Elena Demke, BAB
Veranstaltungsort:
Saal des Jugendamts im Bürgerhaus
Franz-Schmidt-Straße 8
13125 Berlin
„Buch – Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins“ ist eine Veranstaltung des Berliner Aufarbeitungsbeauftragten mit der Stadtteilbibliothek Pankow, der Stadtteilbibliothek Buch und dem Stadtteilzentrum Buch.