Buch - Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins

Eine Frau sitzt in einem gekachelten Raum und hält ein Baby auf dem Schoß. Eine andere Frau im weißen Kittel hält dem Baby einen Gegenstand hin
Sprechstunde in der Kinderklinik Berlin-Buch 1979. Bild: ddrbildarchiv.de/Manfred Uhlenhut

Mit der Reihe „Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins“ nimmt der Berliner Aufarbeitungsbeauftragte den Alltag in den Kiezen Ost- und West-Berlins in den Blick. Der Pankower Ortsteil Buch war in der DDR ein bedeutender Medizinstandort und ist es bis heute. Buch ist jedoch auch Ort politischer Spannungen und prekärer sozialer Lagen. Mit den Begriffen „Berühren –Verletzen – Verbinden“ fragen wir danach, was Menschen in Berlin-Buch heute noch an der DDR-Geschichte berührt, welche Verletzungen fortdauern und was verbindend wirkt.

Berühren. Erzählungen von Krankheit

Lesung und Gespräch

Dienstag, 9. September 2025, 17 Uhr

Maxie Wander und Brigitte Reimann waren bekannte DDR-Autorinnen. Beide erkrankten an Krebs und wurden in Buch behandelt. Auch darüber schrieben sie in ihren Tagebüchern, die später mit großem Erfolg publiziert wurden. Reimann und Wander standen zu Lebzeiten nicht in persönlichem Austausch. Unsere Lesung bringt ihre Tagebuchaufzeichnungen in einen Dialog.

Gäste

Es lesen die Schauspielerinnen Nele Rosetz und Katrin Röver 

Begrüßung

Doreen Tiepke-Ihlow, Stadtteilbibliothek Berlin-Buch

Textauswahl und -einführung

Elena Demke, BAB

Veranstaltungsort:

Stadtteilbibliothek Buch
Wiltbergstr. 19 - 23
13125 Berlin

Frauen in weißen Kitteln reinigen und ordnen medizinische Instrumente, Krankenhaus Berlin-Buch 1958.
Krankenhaus Buch, 1958. Bild: Fotoarchiv Gade

Verletzen. Venerologische Stationen als Repressionsort

Vortrag und Diskussion

Donnerstag, 11. September 2025, 17 Uhr

Manche Verletzungen sind Voraussetzung für Veränderung und Heilung. Andere sind zerstörerisch und werden bleibende Traumata. Dies erfuhren Patientinnen der geschlossenen Stationen für Geschlechtskrankheiten in der DDR, so auch in Buch. Politische Kontrolle, patriarchale Repression und sexualisierte Gewalt gingen ineinander über – die Betroffenen trugen für Jahrzehnte an seelischen Verletzungen und gesellschaftlichem Stigma. 

Gast

Dr. Fruzsina Müller, Medizinhistorikerin an der Charité, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin

Moderation

Elena Demke, BAB

Veranstaltungsort

Stadtteilbibliothek Buch
Wiltbergstraße 19-23
13125 Berlin

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto des Eingangs zum Städtischen Krankenhaus in Berlin-Buch, 1958, mit Passanten.
Der Eingang zum Städtischen Krankenhaus Berlin-Buch, 24. April 1958. Bild: Bundesarchiv, Bild 183-54783-0001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en>, via Wikimedia Commons

Verbinden. Zwiespalt und Erkenntnis: Eva und Jens Reich im Gespräch

Zeitzeugengespräch

16. September 2025, 17 Uhr

Sie arbeitete in einer Spezialsprechstunde der Bucher Klinik, er forschte an der Akademie der Wissenschaften zu medizintheoretischen Fragen. Beide waren Mitbegründer des Neuen Forums. Sie eröffnete später eine eigene Praxis, er widmete sich der (Wissenschafts-)Politik: erst in der letzten DDR-Volkskammer, dann beratend in Berlin-Buch. Die Fähigkeit, Zwiespalt auszuhalten und Gegensätze zu verbinden, erwiesen sich im Leben und Denken von Eva und Jens Reich als Quell von Kreativität und Erkenntnis. Ihr Zeitzeugnis und Rückblick auf Erfahrungen in Berlin-Buch stehen im Zentrum des Abends.

Gäste:

Dr. Eva Reich
Prof. Dr. Jens Reich

Moderation:

Elke Heller, Leiterin Stadtteilzentrum

Elena Demke, BAB

Veranstaltungsort:

Saal des Jugendamts im Bürgerhaus
Franz-Schmidt-Straße 8
13125 Berlin

Kooperationspartner

„Buch – Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins“ ist eine Veranstaltung des Berliner Aufarbeitungsbeauftragten mit der Stadtteilbibliothek Pankow, der Stadtteilbibliothek Buch und dem Stadtteilzentrum Buch.

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