Buchpräsentation: Staatsfeinde. Rechte Subkulturen in Ostdeutschland seit den 1970er Jahren

Cover des Buchs "Staatsfeinde". Bild: Ch. Links Verlag, Umschlaggestaltung: Rothfos & Gabler, Hamburg

Dienstag, 20. Oktober 2026, 18 Uhr

Vortrag und Gespräch

Woher kommt die rechte Gewalt im Osten? Und welche Rolle spielt dabei die Geschichte der DDR?

Stefan Wellgraf stellt in seinem neuen Buch gängige Erklärungen infrage. Statt autoritäre DDR-Strukturen allein als Ursache zu sehen, richtet er den Blick auf renitente Jugendliche, die sich dem Staat widersetzten und in den 1970er- und 1980er-Jahren aus Protest rechten Subkulturen wie der Skinhead- und Hooliganszene anschlossen.

Anhand von Biografien, Feldforschungen und Archivrecherchen – mit einem besonderen Blick auf die Fanszene des BFC Dynamo – zeigt Stefan Wellgraf auf, wie sich diese Milieus entwickelten. Er fragt, wie aus dem Widerstand gegen staatliche Eliten Ressentiments entstanden, die sich nach 1990 verfestigten – und inwiefern sie Ursache für den heutigen Rechtspopulismus sind.

Die Buchvorstellung lädt dazu ein, bekannte Deutungen zu hinterfragen und einen differenzierten Blick auf die Geschichte rechter Subkulturen in Ostdeutschland zu werfen.

Vortrag und Gespräch
mit Autor PD Dr. Stefan Wellgraf
Moderation: Dr. Nikolai Okunew, Historiker

Veranstaltungsort
Berliner Landeszentrale für politische Bildung
Besuchszentrum Ostkreuz
Revaler Straße 29
10245 Berlin

Anmeldung

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Bitte melden Sie sich online an.

Über den Autor

Etwa Mitte-30-jähriger  Mann mit Brille und blonden Haaren.
Autor Stefan Wellgraf. Bild: Heike Zappe

Stefan Wellgraf, geboren 1979 in Ost-Berlin, arbeitet im Rahmen einer Heisenbergförderung am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin und leitet ein BMBF-Projekt zu Transformationen rechter Gewalt in Ostdeutschland.

Er studierte Kultur- und Sozialwissenschaften in Berlin, Frankfurt/Oder und Paris. Er war Visiting Scholar an der New York University und der Goldsmith University London. Weitere Stationen führten ihn als wissenschaftlichen Mitarbeiter an das Johann Jacobs Museum in Zürich und an die Universität Hamburg.

Zuletzt veröffentlicht er „Rechtspopulismen der Gegenwart. Kulturwissenschaftliche Irritationen“ (Hg. mit Christine Hentschel, 2023) und „Ausgrenzungsapparat Schule. Wie unser Bildungssystem soziale Ungleichheiten verschärft“ (2021).

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